August 2020

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Jeder hat eine Idee

Wenn die Menschen in deinem Umfeld erfahren, dass du eine seltene Erkrankung hast oder einfach diffuse Schmerzen, hat auf einmal jeder irgendeine Idee. Darüber bin ich grundsätzlich erstmal dankbar. Aber ich bin der Meinung, dass die Behandlung in erster Linie von deinem Arzt festgelegt werden sollte. Der hat das nun mal gelernt und kann deine Symptome auch irgendwie zuordnen. Natürlich wird er sich durchtesten und verschiedene Dinge ausprobieren. Er wird dir auch nicht direkt Morphium verschreiben. Schließlich schießt man auch nicht mit Kanonen auf Spatzen (okay, manche machen das schon… Aber das liegt eher an den Kanonen, nicht an den Spatzen). Vertrauen haben Wenn ihr mit der Einstellung an die Sache geht, dass ihr es so oder so besser wisst als der Arzt, dann lasst es direkt bleiben. Vielleicht habt ihr im Internet jede Menge gelesen über eure Beschwerden und…

Wie sag ich’s meinem Chef?

In der Regel wird man von seinem Arzt für jeweils 4 Wochen am Stück als arbeitsunfähig krank geschrieben. Wenn ihr ein gutes Verhältnis zu eurem Chef habt, wird der sicher öfter anrufen und fragen, wie es euch geht. Dabei stellen sich mehrere Fragen, die man für sich selbst beantworten muss: Sagen, was man genau hat? Als erstes muss man sich entscheiden, ob man dem Chef sagt, welche Art von Erkrankung man hat. Schließlich seid ihr gesetzlich nicht dazu verpflichtet zu sagen, was ihr genau habt! Auch eine Prognose über die voraussichtliche Dauer müsst ihr nicht abgeben. Das tut der Arzt über die AU-Bescheinigung und länger als 4 Wochen im Voraus kann man eine Krankheit in der Regel nicht vorhersagen. Was sage ich zum Thema Aussicht? Bei einem Kreuzbandriss ist die Sache ziemlich klar. Sagt ihr eurem Chef, dass ihr einen…

Hobbys: Tipps und Tricks

Wie ihr bereits in einem vergangenen Beitrag lesen konntet, musste ich meine bisherigen Hobbys (Fußball im Stadion, Sport wie z.B. Joggen oder längeres Spazierengehen, Handwerk) nahezu vollständig an den Nagel hängen. Das hält mich aber nicht davon ab, mir neue Hobbys zu suchen. Eine kleine Auswahl an Möglichkeiten habe ich in besagtem Beitrag erläutert. Heute möchte ich euch aber ein paar Tipps gehen, wie man so an neue (oder auch alt) Hobbys herangeht und was einen chronischen Schmerzpatienten helfen kann. Sich anfangs kleine Projekte suchen Wer sich ein handwerkliches Hobby gesucht hat, wird sich seine Arbeit vermutlich eh schon in Projekte einteilen. Fangt mit kleinen Dingen an, die in sehr kurzer Zeit beendet werden können. Ich habe zum Beispiel irgendwann angefangen, einen alten Stuhl neu zu lackieren. Sieht vielleicht nicht prickelnd aus, aber hat mich beschäftigt und von meinen Schmerzen…

Das Vertrauen in den Arzt

Als Schmerzpatient ist das Vertrauen in seinen Arzt – oder in meinem Fall in meine Ärzte – von großer Bedeutung. Wie ihr bereits in einem vorherigen Beitrag gelesen habt, habe ich mit den Ärzten schon so einiges erlebt und teilweise keine guten Erfahrungen gemacht. Ich war wegen der Chiari und der Syringomyelie bei vielen Ärzten und unterschiedlichen Krankenhäusern und Städten. Ich habe viele Gespräche geführt. Bei einigen Ärzten fühlte ich mich zunächst gut aufgehoben und behandelt. Als ich allerdings mehr über meine Erkrankung erfahren habe, hat sich dieses Bild komplett geändert. Natürlich darf ein Arzt mal komplett daneben liegen, aber er darf niemals eine Krankheit als “harmlos” abtun, wenn sie so umfassend und (auf lange Sicht) gefährlich sein kann, wie eine Syringomyelie. Welche Rolle spielt der Ruf eines Arztes oder Krankenhauses?Jeder, der diesen Blog liest, würde sicherlich nach seinen Ärzten googlen und…

Verständnis

Es gibt Tage und Momente, in denen ich mich nicht mehr bewegen möchte. Das kann mal direkt nach dem Aufwachen sein aber auch einfach zwischendurch. Ich hab mich vielleicht gerade hingelegt, den Fernseher angemacht und es genossen, wie der Schmerz nachlässt. Ich möchte hier nicht unnötig jammern, aber ich habe immer Schmerzen. Bin ich in Bewegung, steigt der Schmerz schnell an auf ein nicht mehr zu ertragendes Maß. Lege ich mich hin, dauert es eine Weile, bis ich wieder alles ertragen und mich am normalen Leben beteiligen kann. Die Sicht der anderen Als Außenstehender sieht man nicht sofort, dass ich Schmerzen habe. Würde man mich jetzt sehen, würde man nur jemanden vor dem PC beim Tippen sehen können. Es bleibt völlig unbemerkt, dass ich ein Brennen im Brustwirbelbereich habe, dass ein unterschwelliges Stechen in den Beinen da ist. Genausowenig sieht…

TENS – Strom für die Nerven und Muskeln

Im Zusammenhang mit der Behandlung meiner Schmerzen in Rücken und Beinen wurde mir von meinem Neurochirurgen ein sogenanntes TENS-Gerät (transcutaneous electrical nerve stimulation) verschrieben. Dieses Gerät wird zur sogenannten Reizstromtherapie eingesetzt. Wirkungsweise Über 2 Elektroden (oder mehr, wenn mehrere Bereiche stimuliert werden sollen) wird direkt auf der Haut ein Wechselstrom mit sehr niedriger oder auch hoher Frequenz (2-4 Hz oder 80-150 Hz je nach Anwendungsprogramm) erzeugt. Für den Patienten ist das dann als Kribbeln zu spüren. Je nach Position der Elektroden, Stromstärke und Frequenz können auch die Muskeln zucken. Durch den Strom soll dann der im Gewebe liegende Nerv stimuliert werden, wodurch Signale an das Rückenmark gesendet werden. Hohe Frequenzen sollen nach dieser Theorie die Schmerzweiterleitung ins Gehirn und damit die Schmerzwahrnehmung unterbinden. Niedrige Frequenzen sollen den gleichen Effekt haben, dies aber durch eine verringerte Schmerzwahrnehmung erreichen. Wo bekomme ich…

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