Krankheiten

Erschöpfung

Man kennt das: Wenn man eine Erkältung hat, einen „grippalen Infekt“, dann fühlt man sich schlapp und erschöpft. Der Körper kämpft gegen eine Infektion und mobilisiert sämtliche Kraft gegen den „Feind“, bis dieser nach ein paar Tagen besiegt ist. Man fühlt sich danach trotzdem noch eine Weile schlapp und erschöpft, aber die Symptome gehen rasch weg und man ist wieder bei alter Kraft. Bei einer chronischen Erkrankung ist das eigentlich genauso. Mein Körper kämpft ständig gegen die Einschränkungen. Ob es die Spastik ist, die fehlgeleiteten Nerven, die Schmerzen. Mein Körper muss ständig seine Kraft umverteilen und gegen eine dieser Baustellen kämpfen. Manchmal in Bruchteilen einer Sekunde – wenn die Spastik dafür sorgt, dass der Rücken verkrampft und an bereits geschädigten Nervenenden noch mehr Schmerz verursacht. Das Problem dabei ist, dass mein Körper durch den ständigen Kampf kaum die Möglichkeit hat,…

Chronische Schmerzen und die Psyche

Heute möchte ich mich einem Thema widmen, welches bei Schmerzen oft ignoriert oder übersehen wird: Die Psyche. Bei chronischen Schmerzen ist die Wahrnehmung und Verarbeitung von Schmerz grundlegend gestört. Der Schmerz als Warnung hat seine Funktion vollständig verloren. Schmerz funktioniert bei chronisch Kranken nicht mehr wie bei normalen Menschen. Wir Chroniker fühlen immer einen Schmerz. Mal mehr, mal weniger. Mal können wir ihn gut nach hinten schieben, mal eben nicht. Wenn ich lächle, heißt das nicht, dass ich in diesem Moment keine Schmerzen habe. Es bedeutet nur, dass ich sie in diesem Moment kurz nach hinten schiebe.  Das Schmerzgedächtnis Große Krankenkassen schreiben auf ihren Websites immer wieder über das tolle Schmerzgedächtnis, welches bei chronifizierten Schmerzen gestört ist und durch eine Therapie zurückgesetzt werden muss (vereinfacht gesagt). Das soll dadurch erreicht werden, dass der Schmerz eine Zeit lang vollständig betäubt wird…

Pflegegrad

In den vergangenen Wochen konnte ich einen Teilerfolg verbuchen: Mir wurde der Pflegegrad 1 anerkannt. Für mich war das bisher ein langer Kampf, der auch noch nicht zuende ist. Auch hier habe ich mit dem Sozialverband zusammen einen Widerspruch verfasst, da die Beurteilung durch die Krankenkasse bzw. den Medizinischen Dienst der Krankenkassen nicht vollumfänglich erfolgt ist. Wer sich das erste Mal mit solchen Dingen beschäftigt, ist hier leicht überfordert. Deshalb möchte ich in dem Folgenden Text anhand meiner eigenen Erfahrung einige Wege zur Informationsbeschaffung erläutern und mit Vorurteilen aufräumen. Erste Anlaufstelle: Internet Wenn man selbst merkt, dass man immer mehr Hilfe im Alltag braucht, greift man zu allererst auf sein Umfeld zurück. Der Partner hilft, wenn er anwesend ist. Er übernimmt den Haushalt, beruhigt einen in schlechten psychischen Phasen und hält einem einen Arm hin, wenn man ins Wanken kommt.…

Nebenwirkungen

Menschen, die meine Krankheit und dessen Verlauf nicht kennen, sind immer wieder verwundert, dass es wohl nichts gibt, was gegen die Schmerzen hilft. Ich muss das ein Stück weit korrigieren und möchte hier erklären, was genau ich meine, wenn nichts hilft. Natürlich gibt es Schmerzmittel, die eine so große Wirkung auf meinen Körper haben, dass ich die Schmerzen nicht mehr spüre. Ein gutes Beispiel hierfür ist Dipidolor, welches ich nach Operationen eigentlich immer in irgendeiner Form bekommen habe. Dieses starke Opioid schafft es, dass ich die Schmerzen kaum noch spüre. Allerdings haben insbesondere Opioide – die oberste „Schublade“, wenn es um Schmerzmittel geht – massive Nebenwirkungen. Mit Dipidolor z.B. merke ich leider neben den Schmerzen auch sonst nicht mehr viel. Ich kann mich kaum an Gespräche erinnern und habe gegenüber anderen die Wirkung, als würde ich einfach nur „High“ sein.AbhängigkeitUnd genau…

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