Die ersten Monate mit Wilma

Als Wilma zu uns kam, hatte ich einen klaren Plan mit ihr im Kopf. Sie sollte mir dabei helfen, mich täglich zu bewegen, mich zu fordern, zu beschäftigen und irgendwie meinen Gesundheitszustand zu erhalten oder sogar ein Stück zu verbessern. Jetzt sind die ersten Monate mit ihr um und ich kann ein erstes Fazit ziehen.

Die Bewegung

Am Anfang konnte ich mit Wilma noch die eine oder andere Runde gehen. Ich konnte nie besonders weit mit ihr los, nach maximal 1,5 Kilometern (an sehr, sehr guten Tagen) war immer Schluss. Das hat mir sicherlich auch geholfen, um ein bisschen Beweglichkeit zu erhalten, aber tatsächlich habe ich mir mehr davon erhofft. Ich wollte mich langsam steigern, wollte immer weiter mit ihr gehen, bis meine Muskulatur irgendwann stark genug ist, um auch wieder etwas länger mit ihr zu gehen. Leider hat sich das einfach als Trugschluss erwiesen und ich muss einsehen: Ich kann das nicht mehr und werde es auch nie wieder können. Als dann die Probleme mit dem Knie vor 2 Monaten immer stärker wurden, konnte ich auch oft keine 500 Meter mehr mit ihr gehen. Das Problem dabei: Die ganze Arbeit mit Wilma bleibt an meiner Freundin hängen. Und das tut mir sehr leid – auch weil ich den Hund primär haben wollte. 

Warum geht es dann, einen Camper zu bauen?

Die Frage lässt sich leicht beantworten: Weil es 2 völlig unterschiedliche Arten der Bewegung sind. Wenn ich am Camper schraube, kann ich mir eine Position suchen, in der ich Beine und Rücken entlaste. Teilweise liege ich in dem Teil, sodass ich meine Schmerzen weniger spüre. Beim Gehen allerdings habe ich eine ständige Reizung der Nerven, eine Ständige Belastung meiner Wirbelsäule. 

Die Schwierigkeit mit der Treppe

Wir wohnen im 1. Obergeschoss und müssen jeden Tag mehrmals die Treppe hoch und runter gehen. Wir mussten Wilma aufgrund ihres Gewichtes (Derzeit 31 KG) früh beibringen, die Treppe hoch und runter zu gehen. Jetzt werden einige aufschreien, dass man das einem Welpen ja aufgrund der Belastung für die Hüften nicht zu früh zumuten soll, aber wir hatten keine andere Wahl und hatte auch zu keinem Zeitpunkt nennenswerte Probleme mit der Stufenhöhe. 

Sitz, Platz, Pfötchen

Man erwartet von einem Hund, dass er eine gewisse Grunderziehung genießt, die wir ihr sicherlich auch beibringen konnten. Natürlich ist sie noch jung und hört bei großer Aufregung weniger gut, aber das ist eben ihrem Alter zuzuschreiben. Ich muss aber gestehen, dass ich ihr nicht auf Teufel komm raus Tricks beibringen will. Was bringen mir die, außer dass sie gut aussehen? Wilma kann mich dadurch nicht im Haushalt unterstützen und das soll sie (im Moment) auch noch nicht. 

Ihr Charakter

Machen wir uns nichts vor: Wilma ist eine unglaubliche Zicke und hat einen noch größeren Dickschädel als ich. Das macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn sie beim Gassigehen Blättern hinterher jagt oder mal wieder kein Bock hat sich zu bewegen und einfach vor der Tür liegen bliebt. Es ist manchmal schwer, hier entsprechend durchzugreifen, weil man dafür eine gewisse Strenge in der Leinenführung braucht. Das fällt mir körperlich einfach schwer, weil durch ihre Masse die Kräfte ganz anders wirken.

Die emotionale Nähe

Zu guter Letzt ein Punkt, den ich vorher massiv unterschätzt habe: Man baut eine gravierende Beziehung zu einem Hund auf. Wilma freut sich jedes Mal, wenn wir nach Hause kommen, sie begrüßt uns morgens am Bett (natürlich auch, weil die Wuchtbrumme was zu Futtern haben will) und kuschelt sich an uns, wenn sie schlafen möchte. Wir haben mit Wilma ein neues Familienmitglied bekommen, das ich auf keinen Fall mehr missen möchte, auch wenn ich ihr in Puncto Bewegung nicht gerecht werde (und es auch niemals werden kann). Wilma bereichert mein Leben (und das meiner Freundin), auch wenn sie uns durch ihre zickige Art manchmal zur Weißglut treibt. 

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