Physiotherapie

Seit Ende November bin ich regelmäßig 2 Mal in der Woche in eine physiotherapeutischen Behandlung. Ziel dabei ist die Erhaltung meiner Beweglichkeit und die Linderung meiner Schmerzen. Glücklicherweise zählen meine Wirbelsäulenleiden zu einer Gruppe von Erkrankungen, bei denen die Krankenkassen Behandlungen außerhalb des Regelfalls genehmigen. Das bedeutet, dass ich hier über ein volles Jahr Behandlungen erhalten kann und nicht nur 3 Rezepte á 6 Behandlungen pro Quartal.

Die Kosten

Machen wir uns nichts vor: Physiotherapie kostet trotz Krankenversicherung Geld. Für 6 Einheiten (also alle 3 Wochen) muss ich knapp 30 Euro bezahlen. Zwar kann man sich von der Zuzahlungspflicht ab einem gewissen Betrag befreien lassen (in meinem Fall 1% des jährlichen Brutto-Einkommens), muss das aber entsprechend über Belege und Quittungen gegenüber der Krankenkasse nachweisen. Bis dahin muss man die Kosten leider selber tragen. Übrigens werden zu diesem “Budget” alle Medikamente und Rezepte hinzugezählt. Lasst euch also immer die Quittung geben und hebt die auf!

Gute Tage

Physiotherapie dauert in der Regel 30 Minuten. Ich bekomme im Moment eine neurologische Behandlung, nach meiner Knie-OP noch zusätzlich eine orthopädische Behandlung (also 2 Mal die Woche zusätzlich 30 Minuten). An guten Tagen wird auch meine Narbe noch behandelt, damit sie geschmeidig bleibt und nicht zu sehr verklebt. Allerdings habe ich eine starke Keloid-Bildung, weshalb das leider nicht mehr so ganz viel bringt. Ansonsten wird meine Muskulatur gedehnt und Verspannungen massiert.

Schlechte Tage

 Es gibt leider Tage, an denen meine Therapeutin gar nicht daran denken braucht, irgendwelche Dehn-Übungen oder Muskelstärkungen bei mir zu machen. Dann tut mir jeder Schritt so sehr weh, dass wir nur versuchen, die Schmerzen irgendwie zu lindern. Meine Therapeutin hat das treffend beschrieben: “Es gibt Tage, an denen ich dich kaum anfassen kann, ohne dass du Schmerzen hast”. Solche Tage kommen leider öfter vor, als ich es mir wünschen würde. Oft besteht die Behandlung dann aus leichten Massagen neben der Wirbelsäule, die einfach nur das Ziel haben, die Nerven zu beruhigen. 

Der Erfolg

Physiotherapie ist bei mir kein Heilmittel. Mit einem Kreuzbandriss sieht das anders aus: Durch die Therapie und die damit verbundene Stärkung und Dehnung der Muskulatur geht es einem oft nach wenigen Behandlungen viel besser. Eine Syrinx und meine Wirbelsäulenschäden sind da völlig anders. Wir können nur versuchen, die Beweglichkeit zu erhalten und die Schmerzen ein wenig zu lindern. Leider funktioniert letzteres eher weniger. Oft habe ich nach den Behandlungen größere Schmerzen als vorher. Aber die Beweglichkeit ist für mich von großer Bedeutung, weil ich mich in meinem Leben noch ein wenig bewegen können möchte. Ich will mir mein Essen selber holen können. Und ich möchte mir auch meinen Arsch immer selbst abwischen können. Und genau das kann irgendwann nicht mehr selbstständig funktionieren, wenn ich nicht an meiner Beweglichkeit arbeite.

Fazit

Keine Heilung durch Physiotherapie – Aber der Versuch eines Erhalts des jetzigen Standes. Mehr kann man leider nicht erwarten. Trotzdem ist es sinnvoll, die Behandlungen wahrzunehmen und sich nicht zu Hause auf dem Sofa zu verkriechen.

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