Behindert

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Fehler im System

Je länger ich krank bin und um eine bessere Versorgung mit Hilfsmitteln, Pflege oder Erleichterungen kämpfen muss, desto mehr regen mich die Fehler und Abläufe in unserem Gesundheits- und Versorgungssystem auf. Ich werde oft erstaunt angesehen, wenn ich von solchen Fehlern berichte, da vielen gesunden Menschen so etwas nicht klar ist. Versteht mich aber bitte nicht falsch: Wir leben in einem Sozialstaat und ich bin froh, dass wir – theoretisch – eine vergleichsweise gute Versorgung für Behinderte haben. Ich habe viele Jahre in diesen Sozialstaat eingezahlt, ohne dass ich Leistungen benötigt habe und profitiere jetzt (teilweise) davon, dass so viele andere Menschen erwerbsfähig sind und mir somit ein gutes Leben ermöglichen. So wäre es zumindest, wenn es nicht gewisse Fehler im System gäbe. Rentenversicherung Wenn man nicht mehr arbeiten kann, muss man eine Erwerbsminderungsrente beantragen. Man reicht sämtliche Unterlagen ein…

Kapitel beendet: Der Sprinter ist verkauft

Knapp 1,5 Jahre, nachdem ich den Sprinter gekauft habe und ihn zum Wohnmobil umbauen wollte, habe ich ihn wieder verkauft. Ich habe schon über ein halbes Jahr lang nichts mehr daran machen können, weil mein Körper das einfach nicht mehr zugelassen hat. Meine Finger in der linken Hand fingen stark an zu zittern, wenn ich die Hand gerade ausgestreckt habe. Irgendwann kam dann eine Schwäche hinzu, sodass ich Gegenstände nicht mehr mit der gewohnten Kraft greifen konnte. Außerdem hat sich die Zeit, die ich Stehen oder Gehen kann, stark verkürzt. Zu der Schwäche in der Hand gesellte sich dann auch eine Schwäche in den Beinen, die letztendlich ja auch zu dem Rollstuhl geführt hat. Zum Schluss fehlten noch viele Kleinigkeiten wie Leisten oder einzelne Malerarbeiten, aber auch große Dinge wie eine vollständige Solaranlage auf dem Dach, die Verbesserung der Abwasserentsorgung…

Freiheit auf 4 Rädern

Bevor ich krank wurde, hätte ich niemals gedacht, dass man sich in seinem Körper gefangen fühlen kann. Wenn man seine Gliedmaßen nicht mehr so bewegen kann wie man das einst konnte, ist das ziemlich frustrierend. Und ich habe dabei noch Glück, denn ich kann sie noch bewegen.  Durch den Ausfall der Beine war ich immer mehr an mein Zuhause gebunden. Ein Besuch von einem Weinmarkt? Schützenfest? Weihnachtsmarkt? Geburtstag mit Stehparty? Ging nicht. Und selbst wenn ich irgendwo sitzen konnte, war der Stuhl meist so scheiße, dass ich keine 2 Stunden durchgehalten habe und von Minute 1 an nur den Schmerz im Kopf hatte. Irgendwann konnte man dann auch ziemlich gut an meinem Gesicht ablesen, dass es nicht mehr geht. Mit dem Rollstuhl hat sich das jetzt (teilweise) geändert. Ich fühle mich so frei, wie ich mich seit 3 Jahren nicht…

„Echte Liebe“

Es ist 20:45 Uhr. Ein Flutlichtspiel. Das Stadion ist rappelvoll, ausverkauft. Die legendäre Südtribüne hat heute eine „einfache“ Choreografie gewählt. Das Vereinslogo, nachgebildet mit vielen einzelnen, farbigen Pappen, hochgehalten von 18.000 Menschen. Die Hymne der Championsleague ertönt, die Mannschaften laufen ein. Die Spieler posieren für Fans und Fernsehen. Es werden noch Mannschaftsfotos gemacht, die Spieler klatschen sich gegenseitig ab. Und los geht’s. Ich bin über 10 Jahre lang Teil dieser legendären Südtribüne gewesen. Als Dauerkarteninhaber habe ich zwar nicht jedes Spiel im Stadion angesehen, aber doch bestimmt 90%. Ich bin Fan, seit ich selbst an den Ball treten konnte. Und ich werde auch immer Fan bleiben. Nur eben nicht mehr auf der Südtribüne. Und genau das bricht mir bei jedem Heimspiel auf’s Neue das Herz. Südtribüne In unserem Block 15 kannten wir uns. Ob alt oder jung, ob groß oder…

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