Mein Alltag

Urlaub!

Sonne, Meer, Strand. Einfach mal etwas anderes sehen und den Alltag hinter sich lassen. Die Arbeit vergessen. Jeder Mensch wünscht sich solche Phasen. Auch wir chronisch Kranken brauchen eine Auszeit, um den Alltagsfrust über Schmerzen und Einschränkungen ein Stück weit vergessen zu können.Herausforderung Fahrt und Warten auf die WohnungEine Fahrt über fast 4 Stunden mit dem Auto ist für mich eigentlich eine absolute Qual. Ich hatte Glück, dass mein Körper mir nicht komplett einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und am Urlaubstag halbwegs fit war. Wir sind nach unserem Corona-Test zeitig los in der Hoffnung, dass wir relativ früh in die Wohnung können. Natürlich war das nicht der Fall, sodass ich insgesamt fast 6 Stunden aushalten musste, bis ich mich hinlegen konnte. Neben den üblichen Schweißausbrüchen, die meine Schmerzen verursachen, hat natürlich auch die Konzentrationsfähigkeit gelitten und ich konnte…

Widerspruch abgelehnt

Liebe Deutsche Rentenversicherung,vielen Dank für die Zusendung des Widerspruchsbescheids und der damit verbundenen Wertschätzung meiner Erkrankung in jungen Jahren. Selbstverständlich möchte ich mich durch eine Erwerbsminderungsrente lediglich bereichern und dem Staat das Geld aus der Tasche leiern. Es ist auch absolut nicht davon auszugehen, dass ich in meinem bisherigen, ungekündigen Job als Ingenieur ungefähr das Vierfache der Rente verdienen würde. Sämtliche Statistiken rund um den Verdienst von Akademikern sind selbstverständlich gefaked oder manipuliert. Mir ist auch bewusst, dass es unheimlich dreist von mir ist, mit meinen 33 Jahren einen auf Erwerbsunfähig machen zu wollen. Krank werden schließlich nur alte Leute, nicht so junge Hüpfer. Ich bin wirklich dankbar, dass Sie den Widerspruch fundiert begründen und keine hohlen Floskeln verwenden. Selbstverständlich ist die Meinung des von Ihnen selbst beauftragten Gutachters völliger Mumpitz und braucht nicht weiter beachtet werden. Wie kann der Mann…

Der Sprinter hat TÜV!

Meine letzte gute Phase hielt vergleichsweise lange an und ich konnte so einiges am Sprinter erledigen. Ich habe nicht nur die Türen fertig geschweißt/geklebt, lackiert, und wieder mit den Scheiben versehen, sondern konnte auch noch eine Rückfahrkamera samt neuem Autoradio verlegen. Die unterschiedlichen Sitzbezüge habe ich noch mit günsitgen Überzügen kaschiert und konnte dann zum TÜV, damit ich das Auto auch im Straßenverkehr völlig legal wieder nutzen kann.Die Hecktüren Die Hecktüren waren für mich das größte Teilprojekt, da die schon echt ziemlich hinüber waren. Ich musste nicht nur eben den Türgriff und die Fenster ausbauen und dann neu lackieren, sondern völlig neue Bleche einschweißen. Links nur im unteren Bereich, rechts aber bis zum Fenster. Der Rost war da einfach schon zu massiv vorhanden. Und ich muss gestehen: Ein Karosseriebauer oder Lackierer werde ich in meinem Leben nicht mehr. Ich hab…

Primetime – und der Körper streikt

Es gibt Tage, an denen merkt man schon nach dem Aufstehen, dass die gute Phase vorbei ist. Dann beginnt wieder eine Phase, in der man sich immer schlechter bewegen kann. Man geht wie auf Eiern, jede Bewegung kostet unheimlich viel Kraft. Dann kommt auch der Moment, wo man einem die Schmerzen im Gesicht ablesen kann. Ob es die hängenden Mundwinkel sind, die extremen Augenringe vom schlechten Schlaf oder die dunklen Augen, die nicht mehr so funkeln wie in den guten Phasen. Und natürlich passiert das alles mal wieder zur Primetime. Am Leben teilnehmen – oder nur mitlaufen Ich versuche auch in den schlechten Phasen am Leben teilzunehmen. Ich versuche mich zu bewegen, möchte Freunde und Familie sehen und am liebsten niemandem zeigen, dass es mir schlecht geht. Aber das funktioniert natürlich nicht. Mir fällt es dann nämlich viel zu schwer,…

Termine, Termine, Termine

Krank sein bedeutet oft, dass man von Arzt zu Arzt fährt, sich ständig auf’s neue Untersuchen lässt und Rezepte, Überweisungen und Berichte von Ärzten abholen muss. Physiotherapeut, Orthopäde, Neurologe, Neurochirurg, Hausarzt, Apotheker, Facharzt, Schmerztherapeut. Mir hängt das alles zum Hals raus. Ich möchte am liebsten keine Arztpraxis mehr besuchen, möchte keine Medikamente mehr nehmen müssen, will nicht ständig auf Nachrichten von Versicherungen oder Rententräger hoffen und schon gar nicht sinnfreie Bewerbungsaufforderungen vom Arbeitsamt bekommen. Bürokratie ist scheiße. Und sie macht unser Gesundheitssystem teuer und ineffizient. Versteht mich nicht falsch: Wir haben ein gutes System. Aber die deutschen Tugenden der Genauigkeit haben leider oft einen hohen (finanziellen) Preis. Physiotherapie Ich bekomme eine Behandlung außerhalb des Regelfalls. Das bedeutet, dass ichmehr als 18 Einheiten pro Quartal bekomme und meine Therapie auch einige Minuten länger dauert, als es bei “einfachen” Verletzungen der Fall…

Alltag

Es sind mittlerweile 20 Monate, die ich nicht mehr arbeiten kann. Eine Zeit, die geprägt war von Arztbesuchen, Behandlungsversuchen, Physiotherapie, Angst, Hoffnung und schlussendlich Resignation. Zumindest soweit es meine Krankheit und meinen Körper betrifft. Ich werde nicht mehr gesund. Mein Körperzustand wird sich nicht verbessern, sondern langfristig verschlechtern. Das klingt erstmal hart, aber das ist kein Weltuntergang! Ich habe es geschafft, meinem Leben einen neuen Sinn zu geben und die Dinge so anzunehmen, wie sie nunmal sind. Natürlich ist das oft schwer. Aber ich lasse mich nicht davon unterkriegen und habe mir eine Art Alltag zugelegt, der zwar nicht aufregend ist, aber mich auch nicht vollständig verzweifeln lässt.AufstehenIch stehe grundsätzlich früh auf, da unsere Wilma spätestens um 6 Uhr Hunger hat und uns tierisch auf den Sack geht. Versteht mich nicht falsch: Sie bellt nicht, sie knurrt nicht und sie…

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