Rollstuhl

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Fehler im System

Je länger ich krank bin und um eine bessere Versorgung mit Hilfsmitteln, Pflege oder Erleichterungen kämpfen muss, desto mehr regen mich die Fehler und Abläufe in unserem Gesundheits- und Versorgungssystem auf. Ich werde oft erstaunt angesehen, wenn ich von solchen Fehlern berichte, da vielen gesunden Menschen so etwas nicht klar ist. Versteht mich aber bitte nicht falsch: Wir leben in einem Sozialstaat und ich bin froh, dass wir – theoretisch – eine vergleichsweise gute Versorgung für Behinderte haben. Ich habe viele Jahre in diesen Sozialstaat eingezahlt, ohne dass ich Leistungen benötigt habe und profitiere jetzt (teilweise) davon, dass so viele andere Menschen erwerbsfähig sind und mir somit ein gutes Leben ermöglichen. So wäre es zumindest, wenn es nicht gewisse Fehler im System gäbe. Rentenversicherung Wenn man nicht mehr arbeiten kann, muss man eine Erwerbsminderungsrente beantragen. Man reicht sämtliche Unterlagen ein…

Freiheit auf 4 Rädern

Bevor ich krank wurde, hätte ich niemals gedacht, dass man sich in seinem Körper gefangen fühlen kann. Wenn man seine Gliedmaßen nicht mehr so bewegen kann wie man das einst konnte, ist das ziemlich frustrierend. Und ich habe dabei noch Glück, denn ich kann sie noch bewegen.  Durch den Ausfall der Beine war ich immer mehr an mein Zuhause gebunden. Ein Besuch von einem Weinmarkt? Schützenfest? Weihnachtsmarkt? Geburtstag mit Stehparty? Ging nicht. Und selbst wenn ich irgendwo sitzen konnte, war der Stuhl meist so scheiße, dass ich keine 2 Stunden durchgehalten habe und von Minute 1 an nur den Schmerz im Kopf hatte. Irgendwann konnte man dann auch ziemlich gut an meinem Gesicht ablesen, dass es nicht mehr geht. Mit dem Rollstuhl hat sich das jetzt (teilweise) geändert. Ich fühle mich so frei, wie ich mich seit 3 Jahren nicht…

Tägliche Bewegung – auch wenn der Körper dabei schreit

Das ist Wilma, meine Physiotherapeutin mit der feuchten Nase. Wilma zwingt mich jeden Tag nach draußen, damit ich meine Beine gebrauche. Sie sorgt intensiv dafür, dass mir die Bewegungen nicht fremd werden und ich so das bisschen Muskulatur und Koordination erhalten kann, was ich jetzt noch habe. Wilma weiß genau, dass ich nicht immer viel mit ihr gehen oder spielen kann. Neuerdings geht sie auch mit Frauchen neben mir her, wenn ich mit dem Rollstuhl fahre. Das ist eigentlich bei allen längeren Strecken so. Bei der Bewegung ist die Strecke egal Es gibt Tage, da muss ich nach 200 gegangenen Metern umdrehen, weil ich es sonst mit Wilma nicht mehr schaffe. Aber es geht hierbei nicht im die gegangene Strecke, sondern darum, dass ich überhaupt gegangen bin. Ich lasse Wilma viel schnüffeln. Ich bleibe stehen und gehe weiter. Ich drehe…

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