Wetterfühligkeit

Es gibt viele Patienten mit Chiari Malformation Syringomyelie, die eine Wetterfühligkeit entwickelt haben und einen Wetterumschwung „irgendwie“ fühlen können. Der Körper verhält sich dann anders, man hat ein ungutes Gefühl wenn es von gutem Wetter auf schlechtes umschwingt und andersherum fühlt man sich besser, wenn es wieder sonnig und warm wird. Warum das so ist, ist noch nicht eindeutig geklärt. Es kann aber mit unterschiedlichen Luftdrücken, Luftfeuchtigkeit, statischen Feldern (wie bei Gewittern) oder anderen Phänomenen zusammenhängen. 

Bei der Syringomyelie und der Chiari Malformation ist das Nervensystem gestört. Die Reizweiterleitung der Nerven funktioniert nicht so, wie es eigentlich gedacht ist. Unsere „Sensoren“ und unsere „Recheneinheit“ funktionieren zwar, aber die Leitungen dazwischen sind gestört. Das führt zu falschen Annahmen und falschen Aktionen. 

Viele Patienten klagen darüber, dass es ihnen bei bestimmten Wetterzuständen schlechter geht. In meinem Fall ist das so, sobald es kälter wird oder ein „Umschwung“ stattfindet. Ist es heute sonnig und für morgen Regen angesagt, kann mein Körper nicht auf diese plötzliche Änderung reagieren und es geht mir an dem Regentag deutlich schlechter. Das regelt sich irgendwann wieder, aber dafür braucht es mehrere Tage hintereinander ein gleichbleibendes Wetter.

Wenn ich von „schlechter“ rede, können das folgende Symptome sein:

  • vermehrte Kopfschmerzen.
  • stärkere Muskelschmerzen. Eventuell ist aber dann auch nur meine Schmerzwahrnehmung verändert und sie kommen mir nur stärker vor.
  • stärkere Spastik und vor allem ausgeprägtere Paresen.
  • häufigere Schmerzattacken (der stechende Nervenschmerz in einzelnen Bereichen).
  • Generell niedrigeres Energieniveau, ich bin also deutlich erschöpfter und benötige bei kleinsten Aktivitäten oft stundenlang Pause.

Wie das Wetter nun für einen sein soll, ist unterschiedlich. Es gibt Patienten, die möchten am liebsten kaltes und trockenes Wetter haben. Andere wiederum kommen bei Hitze besser zurecht. Bei mir ist es am besten, wenn ich ein sonniges Wetter habe, aber dabei höchstens 20 Grad und leichten Wind. Wird es zu heiß, spielt mein Nervensystem verrückt und ich schwitze sehr stark und bin müde und erschöpft. Ist es zu kalt, sind die Schmerzen stärker und ich habe mehr mit neurologischen Ausfällen zu kämpfen. Generell gilt aber: Je gleichbleibender das Wetter, desto besser ist es für uns. Der Körper kann sich dann deutlich besser darauf einstellen. Aber letztendlich ist es wie immer: Man muss lernen, mit dieser Wetterfühligkeit zu leben.

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