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Ein Leben für die Arbeit

Es gibt Menschen, die ihren Beruf lieben. Sie arbeiten Tag und Nacht für etwas, dass sie glücklich macht. Bis irgendwann der Hammer kommt und sich der Körper weigert, noch einen weiteren Schritt zu machen. Wir hören dann in diesem Zusammenhang immer wieder die Erkrankung “Burnout”. Natürlich auch, wenn man einen Job aus Zwang macht, weil mein seine Familie ernähren muss oder weil man sich so sehr unter Druck gesetzt fühlt, dass man einfach nur funktioniert. Unser Arbeitssystem funktionierte lange Zeit nur so, bis diese Menschen vermehrt mit Herzinfarkt oder psychischen Problemen ausgefallen sind. Dann fand ein Umdenken in der Gesellschaft statt, dass das Privatleben und die Freizeit für eine ausgeglichene Gesundheit von großer Bedeutung ist. Es sollte nicht mehr als 45 Stunden in der Woche gearbeitet werden, nur noch 5 Tage, am Besten sogar nur 4 und 30 Stunden. Wenn…

Nebenwirkungen

Menschen, die meine Krankheit und dessen Verlauf nicht kennen, sind immer wieder verwundert, dass es wohl nichts gibt, was gegen die Schmerzen hilft. Ich muss das ein Stück weit korrigieren und möchte hier erklären, was genau ich meine, wenn nichts hilft. Natürlich gibt es Schmerzmittel, die eine so große Wirkung auf meinen Körper haben, dass ich die Schmerzen nicht mehr spüre. Ein gutes Beispiel hierfür ist Dipidolor, welches ich nach Operationen eigentlich immer in irgendeiner Form bekommen habe. Dieses starke Opioid schafft es, dass ich die Schmerzen kaum noch spüre. Allerdings haben insbesondere Opioide – die oberste “Schublade”, wenn es um Schmerzmittel geht – massive Nebenwirkungen. Mit Dipidolor z.B. merke ich leider neben den Schmerzen auch sonst nicht mehr viel. Ich kann mich kaum an Gespräche erinnern und habe gegenüber anderen die Wirkung, als würde ich einfach nur “High” sein.AbhängigkeitUnd genau…

Schmerzen

Ich habe bisher immer davon geschrieben, DASS ich Schmerzen habe, aber nie, WIE sich diese Schmerzen anfühlen. Jeder hat irgendwo eine Vorstellung davon, wie es mir in gewissen Situationen gehen könnte. Mal sieht man es an der Art und Weise, wie ich mich bewege, manchmal an meinem Gesichtsausdruck oder einfach, wenn ich es (ausnahmsweise) mal sage. Heute möchte ich darüber schreiben, wie sich meine Schmerzen im Detail anfühlen. Ich möchte erzählen, wie ich mich eigentlich fühle, wenn ich mal wieder rumblödel.Der DauerschmerzSobald ich aufstehe, habe ich einen Dauerschmerz in meinen Beinen. Dieser Schmerz ist dumpf, von Lendenwirbel bis in die Waden. Ein dumpfes Ziehen, was ich oft einigermaßen ausblenden kann. Zwar ist der Schmerz da, aber ich habe gelernt, damit zu leben. Man gewöhnt sich eben auch an Schmerzen, auch wenn Sie die Leistungsfähigkeit weiterhin stark einschränken. Ich kann diesen…

Gastbeitrag von Theresa

Ein dickes „Hallöchen“ an alle fleißigen Leserinnen und Leser!Philipp hat mich des Öfteren gefragt, ob ich hier mal einen Gastbeitrag schreiben möchte und jetzt ist es so weit! Ich bin Theresa, die Freundin von dem Glatzkopf. Obwohl, wenn wir ganz korrekt sein wollen, dann bin ich die Verlobte 😊 Philipp hat mir nämlich in unserem Urlaub Anfang Juni einen Antrag gemacht. 😍 Der Sinn eines Gastbeitrages besteht ja darin, die Sicht der Dinge aus der eigenen Perspektive zu beschreiben. Die Frage ist, was bedeutet in diesem Fall „Die Sicht der Dinge“? Geht es darum, wie ich seine Krankheit wahrnehme und mich damit fühle? Geht es um unser Leben im Allgemeinen oder welche Dinge durch die Krankheit verändert werden?Wenn ich nur uns als Paar sehe, ohne Alltag drum herum, ohne Umfeld, dann sind wir ganz normal. Zwischen und Beiden und in…

Urlaub!

Sonne, Meer, Strand. Einfach mal etwas anderes sehen und den Alltag hinter sich lassen. Die Arbeit vergessen. Jeder Mensch wünscht sich solche Phasen. Auch wir chronisch Kranken brauchen eine Auszeit, um den Alltagsfrust über Schmerzen und Einschränkungen ein Stück weit vergessen zu können.Herausforderung Fahrt und Warten auf die WohnungEine Fahrt über fast 4 Stunden mit dem Auto ist für mich eigentlich eine absolute Qual. Ich hatte Glück, dass mein Körper mir nicht komplett einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und am Urlaubstag halbwegs fit war. Wir sind nach unserem Corona-Test zeitig los in der Hoffnung, dass wir relativ früh in die Wohnung können. Natürlich war das nicht der Fall, sodass ich insgesamt fast 6 Stunden aushalten musste, bis ich mich hinlegen konnte. Neben den üblichen Schweißausbrüchen, die meine Schmerzen verursachen, hat natürlich auch die Konzentrationsfähigkeit gelitten und ich konnte…

Widerspruch abgelehnt

Liebe Deutsche Rentenversicherung,vielen Dank für die Zusendung des Widerspruchsbescheids und der damit verbundenen Wertschätzung meiner Erkrankung in jungen Jahren. Selbstverständlich möchte ich mich durch eine Erwerbsminderungsrente lediglich bereichern und dem Staat das Geld aus der Tasche leiern. Es ist auch absolut nicht davon auszugehen, dass ich in meinem bisherigen, ungekündigen Job als Ingenieur ungefähr das Vierfache der Rente verdienen würde. Sämtliche Statistiken rund um den Verdienst von Akademikern sind selbstverständlich gefaked oder manipuliert. Mir ist auch bewusst, dass es unheimlich dreist von mir ist, mit meinen 33 Jahren einen auf Erwerbsunfähig machen zu wollen. Krank werden schließlich nur alte Leute, nicht so junge Hüpfer. Ich bin wirklich dankbar, dass Sie den Widerspruch fundiert begründen und keine hohlen Floskeln verwenden. Selbstverständlich ist die Meinung des von Ihnen selbst beauftragten Gutachters völliger Mumpitz und braucht nicht weiter beachtet werden. Wie kann der Mann…

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