Krankheiten

Der Weg zu meiner Diagnose – Teil 3

Ich habe immer gesagt, dass ich die Suche nach Heilung nicht aufgeben werde. Wenn ich der Meinung bin, dass mir ein weit entfernter Arzt helfen kann, dann werde ich auch immer die Reise auf mich nehmen. Am Montag hatte ich deshalb einen Termin im Bundeswehrkrankenhaus in Ulm, in dem ein Spezialist auf dem Gebiet meiner Erkrankungen praktiziert. 550 km, Anreise, allein die Vorstellung war schon der Horror. Die Anreise Zusammen mit meiner bezaubernden Freundin haben wir uns bereits am Sonntag auf den Weg gemacht. Wir haben unsere Hündin Wilma bei unserem Hundetrainer gelassen, da sie als Welpe/Junghund immer noch recht stürmisch und eigensinnig sein kann. Wir wollten das keiner Person aus unserer Familie antun, zumal wir sie erst am Montagabend abholen könnten. Die ersten beiden Stunden konnte ich noch selber fahren, bis ich gemerkt habe, dass der brennende und stechende…

TENS – Strom für die Nerven und Muskeln

Im Zusammenhang mit der Behandlung meiner Schmerzen in Rücken und Beinen wurde mir von meinem Neurochirurgen ein sogenanntes TENS-Gerät (transcutaneous electrical nerve stimulation) verschrieben. Dieses Gerät wird zur sogenannten Reizstromtherapie eingesetzt. Wirkungsweise Über 2 Elektroden (oder mehr, wenn mehrere Bereiche stimuliert werden sollen) wird direkt auf der Haut ein Wechselstrom mit sehr niedriger oder auch hoher Frequenz (2-4 Hz oder 80-150 Hz je nach Anwendungsprogramm) erzeugt. Für den Patienten ist das dann als Kribbeln zu spüren. Je nach Position der Elektroden, Stromstärke und Frequenz können auch die Muskeln zucken. Durch den Strom soll dann der im Gewebe liegende Nerv stimuliert werden, wodurch Signale an das Rückenmark gesendet werden. Hohe Frequenzen sollen nach dieser Theorie die Schmerzweiterleitung ins Gehirn und damit die Schmerzwahrnehmung unterbinden. Niedrige Frequenzen sollen den gleichen Effekt haben, dies aber durch eine verringerte Schmerzwahrnehmung erreichen. Wo bekomme ich…

Diagnostik – Hilflosigkeit nervt

Eine Syrinx ist ein Hohlraum, in dem sich eine Flüssigkeit – das Liquor – angesammelt hat. Man unterscheidet dabei zwischen einer Syringomyelie (Ansammlung im Rückenmark, also in der Wirbelsäule) und einer Syringobulbie (einer Ansammlung innerhalb des Hirnstamms). Ich habe eine Syringomyelie auf der Höhe der ersten beiden Halswirbel. Sie ist nicht groß, verursacht allerdings massive Schmerzen. Zumindest ist das die aktuelle Meinung der Ärzte, wobei mir mein Gefühl selbst sagt, dass die Schmerzen nicht mit der Syrinx zusammenhängen, sondern mit einfachem Verschleiß der Wirbelkörper und der Bandscheiben. Aber ich bin nun mal kein Arzt, ich muss mich auf deren Meinung verlassen. Ich fühle mich manchmal einfach hilflos und habe Angst, weil ich mich auf die Meinung anderer verlassen muss. Ich bin jemand, der seinem eigenen Urteil am meisten vertraut. Jemand, der verstehen muss, wie Dinge funktionieren. Also will ich auch…

Die Chiari-Operation

Bei der Chiari Malformation ist vereinfacht gesagt das Kleinhirn einfach viel zu tief am Eingang des Rückenmarks. Es wird dadurch komprimiert, zusammengedrückt. Eine mögliche Operation ist daher eine Dekompression, wie sie bei mir am UKM in Münster durchgeführt wurde. Dabei wurde von den Ärzten der Übergang vom Schädel zur Halswirbelsäule durch eine Laminektomie des ersten Halswirbels sowie weiteren Knochenteilen am Schädel erweitert. Für mich war es bereits die 9. OP in meinem Leben, deshalb war ich wenig bis gar nicht aufgeregt. Natürlich ist jeder Eingriff anders, aber davon kriegt der Patient ja zum Glück nichts mit. Der Vorgang bis dahin ist jedoch eigentlich immer gleich: In den OP fahren: Man wird von den Schwestern in seinem Bett und fertig vorbereitet zur Schleuse gefahren. In Münster ist eine Besonderheit, dass es eine wirkliche Schleuse ist, getrennt durch ein Fenster. Man wird…

Der Weg zu meiner Diagnose – Teil 2

Ich war bisher noch nie in einem Universitätsklinikum. Ich wählte Münster, da ich einerseits in meinem Bekanntenkreis bisher nur Gutes darüber gehört habe, aber auch weil es wegen der Entfernung am meisten Sinn machte. Schließlich konnte ich zu dem Zeitpunkt nur wenige Meter gehen. Die Ärzte in Münster nahmen sich viel Zeit für mich. Man wurde per Handschlag begrüßt und in das Behandlungszimmer gebracht. Die typischen neurologischen Untersuchungen bzgl. Kraft, Gleichgewichtssinn, Gefühlssinne usw. musste ich während meiner vielen Termine dort immer wieder über mich ergehen lassen. Irgendwann kennt man sämtliche Untersuchungen und wundert sich eigentlich nur noch darüber, dass keiner der Ärzte das komplette Spektrum durchgezogen hat, sondern dass jeder Arzt nur eine kleinere Auswahl aller “manuellen” Untersuchungen durchführt. Für mich war das erstmal nicht weiter schlimm, da ich überwiegend massive Schmerzen im LWS-Bereich hatte. Die behandelnden Ärzte in Münster…

Der Weg zu meiner Diagnose – Teil 1

Der Weg zur Diagnose meiner Krankheit war kein schneller Weg. Ich war in der Nähe von Rostock um mit meiner Freundin 2 Wochen Urlaub zu machen. Ich bin mit leichten Rückenschmerzen losgefahren, die, so redete ich mir ein, schon verschwinden würden. Nach 3 Tagen Bewegung am Meer wurden die Schmerzen immer schlimmer. Nach dem Wochenende kamen auch noch Schüttelfrost, Fieber und Gliederschmerzen am gesamten Körper hinzu, sodass ich dann leider zu einem dortigen Arzt gehen musste. Wir sind in unserem Urlaubsort immer zu Fuß gegangen, weil einerseits das Wetter schön war und ich andererseits einfach der Meinung war, dass die Bewegung mir schon gut tun wird. Schließlich ist das genau die Einstellung, die man nach einem Bandscheibenvorfall entwickelt haben sollte. Beim Arzt angekommen, war ich schon fix und fertig. Zum Glück musste ich nicht lange warten. Der Allgemeinmediziner meinte dann…

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